Fototipps: Weihnachtsmarkt und weihnachtliche Stadtbeleuchtung

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Fototipps: Weihnachtsmarkt und weihnachtliche Stadtbeleuchtung

Nun ist es wieder soweit: Auf den Marktplätzen werden große Weihnachtsbäume aufgestellt, über den Einkaufsstraßen leuchten festliche Sterne und die Städte eröffnen ihre Weihnachtsmärkte. So manche graue Großstadt verwandelt sich in ein glitzerndes Weihnachtswunderland und malerische Altstädte strahlen noch mehr winterliche Gemütlichkeit aus. Die Stimmung um diese Jahreszeit ist etwas ganz Besonderes - nur zu gerne möchte man diese als Fotograf einfangen. Bei den vielen kleinen Lichtern kribbelt es einen geradezu in den Fingern, daraus ein großartiges Bokeh zu kreieren. Lebkuchenherzen, Glühweintassen, heiße Maroni und beleuchtete Straßen… So viele schöne Motive!
Aber oft kommt man von einem Weihnachtsmarktbesuch nach Hause und ist doch nur so mittelzufrieden mit seiner Bilderbeute. Die Aufnahmen sind unterbelichtet, unruhig, verwackelt oder wirken flach, die Motive sind langweilig und überhaupt sieht auf den Fotos alles gar nicht mehr so zauberhaft aus, wie es doch in Wirklichkeit war. Ein paar Tipps und Ideen, wie man die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt am besten mit der Kamera festhält, gibt es in diesem Artikel.

1. Das Licht:

Die schönste Atmosphäre haben weihnachtlich beleuchtete Städte, sobald die Dämmerung einsetzt. Zur blauen Stunde oder bei Nacht kommt der prachtvolle Lichterglanz erst richtig zur Geltung. Die Dunkelheit einerseits, die hellen Lichter andererseits stellen den Fotografen allerdings auch vor einige Herausforderungen. Mit welchem Equipment man in dieser Lichtsituation am besten gerüstet ist, folgt unter Punkt 7. Hier zunächst einige allgemeine Tipps bezüglich der Kameraeinstellungen:
Auch wenn es verführerisch ist, den eingebauten Blitz sollte man verhalten einsetzen oder ganz darauf verzichten. Vordergrundmotive werden flach und eindimensional dargestellt, die schöne warme Atmosphäre wird totgeblitzt. Lieber das vorhandene Licht geschickt nutzen und bei Bedarf das ISO etwas erhöhen. In welchem Rahmen dies möglich ist, ohne zu stark verrauschte Fotos zu erhalten, ist vom Kameratyp abhängig. Kleine Pocketkameras kommen oft schon bei ISO 400 an ihre Grenzen, DSLRs und spiegellose Systemkameras liefern sensorabhängig bis zu ISO 2000 und mehr noch eine gute Bildqualität.
Ist der ISO-Spielraum ausgeschöpft, hilft ein optischer Bildstabilisator, um bei unbewegten Motiven auch mit längerer Belichtungszeit noch scharfe Bilder zu bekommen. Alternativ kann natürlich auch ein Stativ eingesetzt werden, was im dichten Menschengedränge allerdings oft wenig praktikabel ist. Spätestens bei Langzeitbelichtungen über mehrere Sekunden (s. unten) wird man um ein solches aber nicht herumkommen. Sollen bewegte Motive scharf abgebildet werden, darf die Belichtungszeit hingegen nicht zu lang gewählt werden. Andererseits kann man eine lange Belichtungszeit auch bewusst nutzen, um die Bewegung des Motivs im Bild sichtbar zu machen und so ein dynamischeres, lebendigeres Bild zu erhalten.
Die Belichtungsmessung sollte sich an den Lichterketten und Lämpchen orientieren und nicht am dunkleren Hintergrund. Ein leichtes Überstrahlen der hellen Bildbereiche kann unter Umständen noch zur Verstärkung der Lichterstimmung beitragen, es sollte jedoch vermieden werden, diese komplett überzubelichten. Generell bietet sich das Fotografieren im RAW-Dateiformat an, um bezüglich Belichtungsanpassungen in der Nachbearbeitung mehr Spielraum zu haben.

2. Der Weißabgleich:

Der automatische Weißabgleich möchte die warme Lichtstimmung manchmal nur zu gerne aus den Fotos herausfiltern. Formal ist das korrekt, aber gerade diese Wärme möchten wir ja abbilden. Daher auch hier: Im RAW-Format fotografieren. So hat man nachträglich noch alle Möglichkeiten, Wärme und Farbstimmung anzupassen. Kann oder möchte man dies nicht, sollte man den automatischen Weißabgleich ausschalten und diesen manuell einstellen.

3. Langzeitbelichtungen:

Eine schöne Spielerei, um störende Menschenmassen aus den Bildern zu entfernen oder die Bewegung von Karussells und Lichterpyramiden festzuhalten. Hierfür benötigt man natürlich ein Stativ. Die optimale Belichtungszeit ist dabei sehr situationsabhängig, so dass hier keine allgemein gültigen Werte genannt werden können. Einfach mal ausprobieren!

4. Bildkomposition und Details:

Unser Auge hat die Möglichkeit, sich auch in überfüllten Szenen schnell auf einzelne Details zu konzentrieren. Möchten wir das wuselige Treiben aber auf zweidimensionale Fotos bannen, fehlt dem Auge oft ein Fixpunkt. Das Bild erscheint einfach nur unruhig oder wirkt langweilig. Gerade auf Weihnachtsmärkten ist es daher wichtig, nicht einfach mal in die Totale zu knipsen und zu hoffen, dass die Stimmung schon irgendwie rüberkommt. Übersichtsaufnahmen können und sollen natürlich auch sein, aber besonders gut werden die Fotos erst mit klar herausgestelltem Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Als Vordergrundmotiv bieten sich stimmungsvolle Details an: Lebkuchenherzen, die auf alt gemachten Aushängeschilder der Büdchen, die Bommelmütze der Begleitperson, eine Glühweintasse oder ein besonders hübscher Baumschmuck. Je nach Blendenöffnung sowie Distanz zwischen Objektiv, Vordergrunddetail und Hintergrund lassen sich so wunderschöne Detailaufnahmen mit einem Bokeh aus Lichtpunkten anfertigen.

Ein besonderer Trick,...

... um Übersichtsaufnahme und Detail in einem Bild ästhetisch zu vereinen, ist der Handytrick: Man bittet seine Begleitung, die Handykamera auf das weihnachtliche Treiben zu halten. Der Fotograf fokussiert nun mit seiner Kamera auf den Handybildschirm, auf dem ein Überblick über die Szenerie scharf zu erkennen ist. Das Foto an sich wirkt aber trotzdem ruhig mit klarem point of interest fürs Auge, wenn man Handy und Hände vor dieser Hintergrundszenerie gut freistellt. Dazu nah an Handy und Hände herangehen und die Blende relativ weit öffnen. Die Gesamtszene bildet dann in der Hintergrundunschärfe ein schönes Bokeh.

5. Straßenbeleuchtung:

Möchte man die schöne Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen wirkungsvoll abbilden, stören oft die Menschenmassen und die profan wirkende Leuchtreklame der üblichen Geschäfte. Hier gibt es zwei Möglichkeiten für einen schönen Bildaufbau: Entweder man begibt sich an einen höheren Standort (Turm, Balkon…) und fotografiert die Straßenbeleuchtung auf Augenhöhe, oder man richtet die Kamera ganz einfach nach oben. Gerade bei Bildern, auf denen Architektur im Spiel ist, sind starke Linien und eine harmonische Symmetrie besonders angenehm fürs Auge.

6. Menschen:

Wie wir nun schon in den vorangegangenen Punkten gesehen haben, ist eine Begleitperson (am besten mit dekorativer Bommelmütze) ein hilfreiches Accessoire. Sein Vordergrundmotiv hat man so immer dabei. Für Variation kann man sorgen, indem man ihr leckeres Essen oder Glühweintassen als Motive in die Hand drückt. Möchte man allerdings fremde Menschen wie den Maroniverkäufer fotografieren, sollte man diese vorher unbedingt um Erlaubnis fragen. Sind die Menschen mal nicht so dekorativ oder in ihrer Masse nicht gewünscht, kann man sie wie oben erwähnt mit einer Langzeitbelichtung wegzaubern. Gerade bei Stativaufnahmen empfiehlt sich eine Begleitung als wingman, die einen vor den rempelnden Massen abschirmt. Ebenfalls erwähnenswert, auch wenn es kein direkter Fototipp ist: Weihnachtsmärkte sind ein Taschendieb- Eldorado. Also auf möglichst unauffällige Fototaschen achten und immer schön aufmerksam sein!

7. Das Equipment:

Möchte man Langzeitbelichtungen über mehrere Sekunden anfertigen, ist ein Stativ wie erwähnt unerlässlich. Ansonsten ist man ohne Stativ jedoch viel flexibler beim Versuch, die kleinen Momente im weihnachtlichen Getümmel einzufangen.
Die Lichtverhältnisse können stark schwanken, da es draußen einerseits oft schon stockdunkel ist, andererseits aber durch die prachtvolle Festbeleuchtung die Nacht zum Tage gemacht wird. Mit einem lichtstarken Objektiv ist man für alle Fälle gerüstet, gleichzeitig sorgt die Offenblende für schöne Unschärfeeffekte. Ein optischer Bildstabilisator kann, wie oben erläutert, den Spielraum zusätzlich erweitern, indem er längere Belichtungszeiten ermöglicht.
Die neuen lichtstarken Festbrennweiten von Tamron (SP 35mm bzw. 45mm f/1.8 Di VC USD) eignen sich hierfür ideal, da sie sowohl eine beachtliche Lichtstärke aufweisen als auch mit einem optischen Bildstabilisator aufwarten können. Dabei bilden die Objektive bereits bei Offenblende sehr scharf ab.

Ein weiteres Feature ist die geringe Naheinstellgrenze, die es ermöglicht, auch kleine weihnachtliche Details einzufangen. So lässt sich beispielsweise ein Lebkuchenherz besonders schön vor einem Bokeh aus weihnachtlichen Lichtern freistellen. Diese Kombination aus Lichtstärke, Bildstabilisator und geringer Naheinstellgrenze ist so bisher einzigartig auf dem Markt und macht die neuen Festbrennweiten zum optimalen Begleiter für weihnachtliche Fototouren. Alle Weihnachtsmarktfotos in diesem Beitrag sind mit dem SP 45mm f/ 1.8 Di VC USD entstanden.

Über den Autor: Vera Wohlleben

In ihrem Blog „Nicest Things“ berichtet Vera Wohlleben nicht nur über leckere Rezepte und attraktive Dekorationen fürs eigene Heim. Die Heidelbergerin bietet auch regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen und beschreibt ausführlich, wie ihre wunderschönen Fotos entstehen. Unser Lesetipp: http://www.nicestthings.com/2014/03/blogging-tips-and-tricks-behind-scenes.html

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