Tamron-Expedition zu Elfen und Trollen

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Praxisbericht Martin Krolop: Tamron SP 35 mm und SP 45 mm

Tamron-Expedition zu Elfen und Trollen

Wenn es um neue Fototechnik geht, dann ist Martin Krolop nicht weit. Der Fotoblogger aus Köln zählte zu den weltweit ersten Fotografen, die Tamrons neue SP-Objektive in der Praxis testen konnten. 14 Tage lang war er damit in der sagenumwobenen Wildnis Islands unterwegs.

Tamrons neue SP-Objektive sind speziell für hochauflösende Kameras entwickelt worden. Ein Vorteil bei den isländischen Landschaftspanoramen, die von dem hohen Auflösungsvermögen und der exzellenten Detailwiedergabe profitieren.

Abenteuerliche Schotterpisten, kurze Nächte und atemberaubende Fotomotive in Hülle und Fülle. So lässt sich diese ungewöhnliche Expedition auf die Insel der Elfen und Trolle wohl am besten zusammenfassen. „Es war eine große Ehre für uns, als Tamron fragte, ob wir die beiden SP-Objektive bereits vor dem eigentlichen Launch in Action ausprobieren wollten“, erzählt Martin Krolop. Der deutsche Blogger war weltweit der zweite Profi-Fotograf, dem die beiden brandneuen SP 35 mm und SP 45 mm zur Verfügung gestellt wurden. „Das ist natürlich ein tolles Gefühl, so eine einmalige Chance zu haben“, erzählt er, „und wir konnten es kaum erwarten, mit den Objektiven zu fotografieren.“

Um die beiden ersten Vertreter der rundum erneuerten SP-Serie zu testen, fuhr Martin Krolop allerdings nicht ins Labor, sondern nach Island. 14 Tage verbrachte er mit seinem Team auf der Insel – und hatte zwischen Geysiren und Wasserfällen mehr als genug ausreichend Gelegenheit, die neuen Linsen unter extremen Praxis-Bedingungen auf Herz und Nieren zu testen.

Martin Krolop testete die neuen SP-Objektive auf Island.

Praxis-Test in der Wildnis

„Island war wirklich kein Ponyhof für die beiden Objektive. Im Unterschied zu einem Labor hatten wir die Linsen dort wirklich unter wilden Gegebenheiten in Verwendung“, erzählt Krolop. Und das im isländischen Sommer fast rund um die Uhr. „Die Sonne hier in Island geht genau um ein Uhr unter und um drei Uhr wieder auf. Wir stellten schnell fest, dass die beste Zeit zum Fotografieren von acht Uhr abends bis fünf Uhr morgens ist. Wir mussten unseren Rhythmus ändern: tagsüber schlafen, nachts fotografieren.“

Als er die ersten Informationen zu den damals noch geheimen Objektiven erhielt, war er sich noch nicht ganz sicher, warum Tamron sich hier für eher unspektakuläre Brennweiten entschieden hatte. „Ich dachte, 35 mm und 45 mm was macht das denn für einen Sinn? Und warum ,nur‘ f 1,8?“ Es sollte nicht lange dauern, bis er die Antworten auf diese Fragen hatte.

„Inzwischen bin ich mir sicher, dass Tamron mit diesen beiden Objektiven für Canon-, Nikon- und Sony-DSLR ein ganz großer Wurf gelungen ist“, so Krolops erstes Testfazit während der Island-Tour. „Mit einem aktuellen Straßenpreis deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung von 1.099 Euro, bin ich mir sicher, dass diese geilen Objektive karachomäßig einschlagen werden.“

Perfekte Balance aus Gewicht und Leistung

In seinem Blog berichtete Krolop ausführlich von seinen Erfahrungen mit den neuen SP-Objektiven. „Tamron hat hier die ultimativen Festbrennweiten geschaffen: die perfekte Balance aus geringem Gewicht, hoher Lichtstärke und zeitgemäßen Features wie einem Bildstabilisator und exzellenter Abbildungsqualität.“

„Die Konstruktion von Objektiven ist immer ein Balanceakt“, erläutert Krolop im Testbericht. Je größer die Blendenöffnung, desto mehr Glas müsse verbaut werden und umso schwerer werde das Objektiv. Zudem steige mit der Lichtstärke das Risiko von optischen Bildfehlern, die bei einer extrem großen Blendenöffnung schwer zu vermeiden seien.

Fotograf hebt ab: Martin Krolop im Heli über Island.

Maximale Schärfe bei Offenblende

Hier weist Martin Krolop exakt auf das Ziel hin, dass sich die Tamron-Ingenieure bei der Neukonstruktion der SP-Serie gesetzt hatten: Sie wollte kompakte, lichtstarke Festbrennweiten mit besten Abbildungseigenschaften konstruieren, die schon bei Offenblende f 1,8 die maximale Schärfeleistung erreichen. „Was bringt ein f 1,2 Objektiv, das erst ab f 1,4 wirklich einsetzbar ist? Oder warum soll man f 1,4 bauen, wenn die optische Leistung beispielsweise erst ab f 2,0 voll zufriedenstellend ist?“

Hat Tamron nach Ansicht von Martin Krolop das selbst gesetzte Ziel erreicht? „Definitiv, ja“, bekräftigt der erfahrene Fotoblogger. „Kurzum: Die neuen Tamron SP-Objektive sind unfassbar scharf und toppen meiner Meinung nach nochmals die optische Qualität des bereits hervorragenden Tamron SP 15-30 mm.“ Mit einem Gewicht von 450 Gramm (SP 35 mm Nikon) und 520 Gramm (SP 45 mm Nikon) sowie einer Länge von weniger als zehn Zentimeter sind sie für die hohe Leistungsklasse zudem angenehm leicht und kompakt.

Aufnahme-Details: SP 35 mm, 1/4.000 s, f 2,0, ISO 100

Die Aufnahmen, die Martin Krolop mit dem SP 35 mm und SP 45 mm auf Island machte, zeugen von der hohen optischen Qualität und der erstklassigen Technologie der neuen SP-Serie. Hier sind ein paar Beispiele, anhand derer sich die Top-Features der Objektive gut beschreiben lassen:

Hohe Auflösungsvermögen

Der optische Aufbau der neuen SP-Objektive spiegelt die extrem hohen optischen Anforderungen wider. In beiden kommen Spezialgläser wie asphärische Linsen und geringstreuende LD-Elemente zum Einsatz, um Verzeichnung und chromatische Aberrationen zu korrigieren. Der optische Aufbau des SP 35 mm besteht aus 10 Elementen in 9 Gruppen, darunter zwei Asphären sowie ein LD-Element (Low Dispersion) und ein XLD-Element (eXtra Low Dispersion). Beim SP 45 mm sind es 10 Elemente in 8 Gruppen, darunter zwei Asphären und ein LD-Element. Bei dieser Luftaufnahme, die während einem Heliflug aus etwa 60 Meter Höhe entstand, sind die Details in den Wellen und den Felsen noch sehr gut auszumachen.

Aufnahme-Details: SP 45 mm, 1/3.200 s, f 5,6, ISO 400

Exzellente Vergütung

Die in den SP-Objektiven verbauten Glaselemente sind mit zwei unterschiedlichen Spezial-Beschichtungen versehen: eBAND (Extended Bandwidth & Angular Dependency) und BBAR (Broad Band Anti-Reflection) gewährleisten exzellente Antireflex-Eigenschaften und damit eine hohe Brillanz. Damit lässt sich zum Beispiel gegen die Sonne fotografieren, die im isländischen Sommer bekanntlich ja nie richtig untergeht, – und zwar ohne dass störende Blendenflecken oder Streulicht das Bildergebnis ruinieren. Die folgenden Aufnahmen, bei denen Martin Krolop quasi direkt in die tiefstehende Mitternachtssonne hineinfotografierte, demonstrieren dieses Feature eindrücklich. Trotz des gleißenden Lichts sind die Bilder kristallklar und kontrastreich.

Aufnahme-Details: SP 45 mm, 1/400 s, f 3,2, ISO 100

Hohe Lichtstärke

Das Flugzeugwrack am Strand bei Sólheimarsandur ist eine Attraktion und tagsüber häufig von Touristen umlagert. Martin Krolop entschied sich daher, spät am Abend dort zu fotografieren. Das Bild des Models entstand mit dem SP 35 mm in der Nachtdämmerung. Mit Offenblende f 1,8 waren kurze Verschlusszeiten und damit scharfe Aufnahmen selbst bei wenig Licht möglich. Bei der Aufnahme gab es zusätzliche Unterstützung durch den Bildstabilisator.

Aufnahme-Details: SP 35 mm, 1/100 s, f 1,8, ISO 2.500

Eine hohe Lichtstärke bedeutet immer auch ein schönes Bokeh. Bei Blende f 1,8 verläuft der Hintergrund in sanfter Unschärfe.

Aufnahme-Details: SP 45 mm, 1/1600 s, f 1,8, ISO 100

Kurze Aufnahmedistanz

Beide SP-Objektive bieten eine extrem kurze Aufnahmedistanz. Mit dem SP 35 mm lässt sich selbst aus nur 20 Zentimeter noch fokussieren, beim SP 45 mm sind es mit 29 Zentimeter kaum mehr. Das Ergebnis sind atemberaubende Detailaufnahmen mit einer hohen Tiefenwirkung. Hier hat Martin Krolop aus nächster Nähe auf die kleinen Blüten im Vordergrund fokussiert. Durch den relativ großen Bildwinkel lassen sich die Umgebung und der gesamte Hintergrund mit in den Bildaufbau integrieren.

Aufnahme-Details: SP 35 mm, 1/60 s, f 4, ISO 400

Bildstabilisierung

Das ist ein Novum in einem Standard-Festbrennweitenobjektiv: Sowohl das SP 35 mm als auch das SP 45 mm haben einen VC-Bildstabilisator (VC steht für Vibration Control). Eine beweglich gelagerte, von Gyrosensoren gesteuerte Linsengruppe trägt entscheidend mit dazu bei, dass sich die Leistungsstärke professioneller DSLR-Kameras voll ausschöpfen lässt. Gerade hochauflösende Sensoren sind sehr anfällig für Verwacklungsunschärfe – mit dem Bildstabilisator lassen sie sich selbst feinste Vibrationen effektiv ausgleichen. Auch das Fotografieren aus der Hand bei relativ langen Verschlusszeiten ist mit den neuen SP-Objektiven möglich. Das folgende Bild entstand mit dem SP 35 mm bei ISO 200, Offenblende und einer 1/25 Sekunde.

Aufnahme-Details: SP 35 mm, 1/25 s, f 1,8, ISO 200

Weitere Features

Beide SP-Objektive bringen einen umfassenden Wetterschutz mit. Das Metallgehäuse und der Bajonettanschluss sind gegen das Eindringen von Feuchtigkeit abgedichtet. Unbeeindruckt von rauen Naturgewalten konnte Martin Krolop auf Island damit einfach weiterarbeiten. „Es ist ein gutes Gefühl, die Kamera bei einem Regenschauer oder Spritzwasser nicht gleich reflexartig wegpacken zu müssen. Dieses habe ich bei anderen Festbrennweiten bislang vermisst.“ Die Frontlinse ist zudem mit einer widerstandfähigen Flourvergütung versehen, die Wasser und Schmutz einfach abperlen lässt. Das schnelle und gründliche Reinigen der Gläser während des Shootings wird dadurch erheblich erleichtert.

Martin Krolop im Outdoor-Einsatz in der isländischen Wildnis.

Bleibt eine Frage: Warum die beiden Brennweiten 35 mm und 45 mm? „Beide liegen in der Praxis ja relativ nah beieinander“, sagt Krolop. „Dennoch ist der Unterschied deutlich: 35 mm ist ganz klar ein Weitwinkel, während 45 mm eher wie eine 50-mm-Normallbrennweite wirkt.“ Hinzu kommt, dass Tamron sowohl Vollformat- als auch APS-C-Fotografen ein vergleichbares Erlebnis bieten wollte: Am kleineren Sensor beträgt die effektive Brennweite des SP 35 mm umgerechnet in etwa der eines 50-mm-Standardobjektivs.

Die Erlebnisse auf seiner 14-tägigen Island-Reise hat Martin Krolop übrigens in einem Online-Tagebuch festgehalten. Dort erzählte der Profi-Fotograf während der Reise jeden Tag von einmaligen Naturschauspielen und gibt Tipps für die eigene Fotoreise auf die sagenumwobene Insel. Viele der Bilder entstanden bereits mit dem SP 35 mm und dem SP 45 mm. Über die Existenz der beiden Tamron-Objektive schwieg sich der Blogger freilich noch aus. Denn zum damaligen Zeitpunkt war die neue SP-Serie noch eines der bestgehüteten Geheimnisse von Tamron …

Alle Fotos: Krolop & Gerst Photography, Köln

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